1. Gedanken vor der Anschaffung eines Aquariums

Allgemeines

Jeder, der mit dem Gedanken spielt, sich ein Aquarium anzuschaffen, sollte sich vorher fragen, was an Zeitbedarf und auch Kosten auf ihn zukommt. Diese Fragen sind wichtig und sollten daher vor dem Kauf abgeklärt werden.
Wenn man bereits eine bestimmte Art von Fischen im Auge hat, die später gepflegt werden sollen, sollte man sich vorher erkundigen, welche Beckengröße und Wasserwerte notwendig sind. Wasserwerte kann man bei seinem Wasserversorger in Erfahrung bringen. Stellenweise ist dies online möglich, anderenfalls kann man telefonisch nachfragen. Welche Fische sich in diesen Wasserwerten wohlfühlen und welche Größe beim Aquarium für den Fisch erforderlich ist, muss man dann gezielt erfragen. Auch Einrichtung, Bepflanzung und Bodengrund können für die Fische eine wichtige Rolle spielen.
Allerdings ist das einfachste für Einsteiger, den Fischbesatz auf die Wasserwerte abzustimmen, Wasseraufbereitung ist etwas aufwändiger. Natürlich kann man auch das Wasser an die gewünschten Fische anpassen, wenn das Leitungswasser nicht für die gewünschten Lieblinge geeignet ist. Dies erfordert dann ein Gerät, welches diese Aufgabe übernimmt.

Hat man sich noch nicht auf einen bestimmten Fisch festgelegt, ist es am einfachsten, mit dem größtmöglichen Becken zu beginnen. Der Grund dafür, auch wenn es paradox klingen mag, ist der folgende: Je größer das Becken ist, desto stabiler läuft es und desto eher verzeiht es die kleinen Fehler – es ist einfacher zu pflegen. Gehen wir mal von einem 80 cm langen Becken aus, dieses fasst 112 Liter.

Die Beckenpreise sind ganz verschieden, hier sollte man vergleichen. Zu dem Becken selbst benötigt man Filter, Beleuchtung und Heizung.
Es gibt auch günstige Komplettsets mit Filter und Heizung, welche besonders von Einsteigern gerne genommen werden. Hier sollte man darauf achten, was dem Komplettset beiliegt. Es gibt gute und schlechte Komplettsets. Wer ein interessantes Angebot für ein Set entdeckt hat, sollte sich informieren, ob hier Preis und Ausstattung stimmen.

Betrieb und Unterhalt

Für den Betrieb und die Unterhaltung des Aquariums benötigt man noch folgendes: die wichtigsten Wassertests, Bodengrund und Erstbepflanzung. Mehr als sinnvoll ist auch etwas zum Reinigen der Scheiben. Auch Einrichtungsmittel wie Wurzeln, Steine und fertige Höhlen gehören ebenso dazu wie ein Thermometer.
Zu diesen Anschaffungskosten kommen die laufenden Kosten für Strom, Wasser und Futter.

In Sachen Zeitbedarf wollen wir kurz die Pflegearbeiten grob umreißen. Um ein Aquarium erfolgreich zu betreiben, muss man täglich füttern, die technischen Geräte auf ihre Funktion und auch die Temperatur überprüfen. Wöchentlich sollte ein Wasserwechsel von etwa einem Drittel des Aquarieninhaltes gemacht werden.
Die Kontrolle der Wasserwerte sollte in regelmäßigen Abständen und das Reinigen der Scheiben von Algen sollten nach Bedarf erfolgen. Die Filtermaterialien sind vorsichtig zu säubern, wenn der Durchfluss des Filters stark vermindert ist.
Anfangs sind die Pflegearbeiten meist zeitintensiver. Wenn das Aquarium gut eingelaufen ist und sich die Bedingungen im Lebensraum der Fische einpendeln, nimmt auch der Arbeitsaufwand etwas ab.

Nun braucht das Aquarium noch einen Platz in der Wohnung. Wichtig! Stabilität und Statik spielen ebenso eine Rolle wie die Wahl des passenden Standorts.

Eventuelle Rückschläge:

Leider läuft bei einem Aquarium nicht immer alles „nach Lehrbuch“. Dieser Text soll nur eine kleine Info darüber geben, was besonders am Anfang gerne schief läuft.

In einem neuen Becken setzen sich besonders gerne Algen fest. Es gibt verschiedene Algenarten. Die am häufigsten auftretenden sind Grünalgen, die für einige Fische (Welsarten, Lebendgebärende) eine Zusatznahrung sind. Treten sie gehäuft auf, liegt häufig ein Pflegefehler vor. Nicht einfach mit Chemie bekämpfen, sondern fragen und und die Ursache finden.
Zu viele Schnecken entstehen durch zu viel Nahrung, hauptsächliach Trockenfutter. Sie stellen aber nicht direkt ein Problem dar. Weniger Futter und Absammeln hilft hier schon.
Krankheiten sind die härtesten Rückschläge. Hier hilft nur Geduld. Auf keinen Fall sollte man ohne Erfahrung und Fachwissen Medikamente ins Becken kippen. Auch dieses Problem lässt sich mit Unterstützung und Beistand meist irgendwie lösen. Um zu verhindern, Krankheiten einzuschleppen, ist es unter Umständen sinnvoll, von Anfang an ein Quarantänebecken anzuschaffen.
Zuerst ist das gründliche Einfahren des Beckens das Wichtigste, wird das vernachlässigt, droht der so genannte Nitrit-Peak, der gefährliche Höchstwert an Nitrit, der für zu früh eingesetzte Fische den Tod bedeutet. Ansonsten kommen schlechte Wasserwerte oft von zu wenigen oder falschen Pflanzen, zu kurzes Einfahren, Überfütterung oder Überbesatz.

Auch wenn es so klingt, als sei Aquaristik mehr Stress als Freude, so ist das nicht richtig. Jeder hat mal klein und bescheiden angefangen.
Antworten auf alle Fragen, die diese Einleitung möglicherweise aufgeworfen hat, sowie weitere Erklärungen und nützliche Tipps auf dem Weg zum eigenen Aquarium gibt es in den weiteren Kapiteln der AQ-Fibel.

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